Startseite Aus meinem Tagebuch 03.09.2018 Frieden beginnt vor der eigenen Haustür
19 | 09 | 2018
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Immer öfter beschleicht mich das Gefühl, dass es gut ist, dass meine Eltern nicht mehr leben.
Nein, nicht dass ich sie nicht liebte und liebe, sondern weil ich sie liebe.
Ich bin sehr froh, dass sie die Rechtsentwicklungen in unserem Land nicht mehr miterleben müssen.
Sie haben beide als Kinder den Krieg noch miterlebt. Ihr oberstes Lebensziel war es immer „Nie wieder Krieg“

Sie haben auch Fehlentwicklungen in der DDR gesehen, haben den Verzicht auf wirkliche Demokratie für falsch gehalten, aber sie haben alle Fehler toleriert, weil sie’s ich sicher waren: Diese DDR und das sozialistisches Staatenbündnis werden allein durch ihre Existenz verhindern, dass von deutschem Boden wieder ein Krieg ausgeht.
Wie recht sie hatten.
Sie haben uns Kindern dieses Ziel in das eigene Leben gepflanzt: Nie wieder Krieg.

 

Krieg aber beginnt im inneren und explodiert über eigene Grenzen.

  • Wenn auf deutschen Straßen und Plätzen wieder zu Mord und Totschlag aufgerufen werden kann, Tausende dies beklatschen und mit marschieren,
  • wenn der Hitlergruss als Symbol eines mordenden und rassistischen Systems wieder offen auf unseren Straßen gezeigt wird,
  • wenn auf Plakaten Politiker an Galgen hängen,
  • wenn „absaufen lassen“ ein öffentlicher Aufruf zum Töten über deutsche Straßen ertönt,
  • wenn Hetzjagd gegen Andersdenkende und Anders-Seiende nicht nur zur Kenntnis genommen, sondern auch beklatscht werden können, ohne das der Rechtsstaat mit schärfsten Mitteln dagegen einschreitet und dem Gesetz Genüge tut,

dann ist dies eine Zeit, die ich meinen Eltern nicht mehr zumuten wollte.

Denn das sind die Bilder ihrer Kindheit. Sie haben dies alles schon einmal erlebt.

Sie haben das Schleifen und Morden von Menschen auf den Straßen miterlebt und auch das Schweigen der übergroßen Mehrheit, was dieser Minderheit zur Macht verhalf und letztlich zum größten Völkermord führte.

Und nein, niemand sage mir, er sei kein Nazi, auch wenn er bei AfD, PEGIDA, Neue Heimat und Co mit marschiert, denn er irrt! Er marschiert gemeinsam mit jenen, die im wahrsten Sinne des Wortes diese, unsere Gesellschaft mit Gewalt regieren wollen, die offen drohen und einschüchtern, und die die Lüge zur politischen, gesellschaftlichen Methode machen, weil ihrer Meinung nach „die politische Korrektheit auf den Müllhaufen der Geschichte gehört“ (O- Ton Frau Weidel auf dem Bundesparteitag der AfD).

Es gibt eine starke soziale Kraft in diesem Land. Wer mehr Gerechtigkeit in unserem Land will, der möge sich dieser anschließen  und aktiv mitmachen für eine solidarische und bitte auch lebenswertere Gesellschaft.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 03. September 2018 um 13:28 Uhr