Startseite In der Presse 04.05.2018 Chancen für Heidekrautbahn steigen
19 | 09 | 2018
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Jürgen Liebezeit / 04.05.2018, 06:15 Uhr
Groß Schönebeck (MOZ Hans Still) Die ins Auge gefasste Reaktivierung der Stammstrecke der Heidekrautbahn sorgt inzwischen für Zuversicht: Sowohl die Barnimer SPD-Landtagsabgeordnete Britta Müller als auch ihre Kollegin aus Hohen Neuendorf, Inka Gossmann-Reetz, sind optimistisch.

„Die Notwendigkeit wird nun von niemandem mehr in Frage gestellt“, sagten beide Frauen nach einem parlamentarischen Frühstück am vergangene Woche in Potsdam, an dem elf Landtagsabgeordnete von SPD, Linken und CDU, Vertreter der Anrainer-Landkreise Barnim und Oberhavel sowie Vertreter der Deutschen Bahn und der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) teilgenommen haben. Eingeladen hatten dazu mit Britta Müller, Margitta Mächtig (Linke) und Uwe Liebehenschel (CDU) drei Landtagsabgeordnete aus dem Kreis Barnim.

Seitens der Barnimer Kreisverwaltung nahm Dezernent Wilhelm Benfer teil. Aus Sicht von Gossmann-Reetz wäre es theoretisch möglich, die Heidekrautbahn zumindest bis Wilhelmsruh innerhalb von zwei bis drei Jahren fahren zu lassen. Sie werde sich deshalb dafür einsetzen, dass der Druck auf die Länder Berlin und Brandenburg steige und „endlich Gelder dafür in die Haushalte eingestellt werden“. Sie begrüßte weiterhin den Vorschlag, den Bahnhof in Mühlenbeck nach Mönchmühle zu verlegen, um das Berufsförderungswerk anzuschließen.

Auch Oberhavel-Landrat Ludger Weskamp (SPD) unterstützt die schnelle Reaktivierung der Stammstrecke bis nach Berlin-Gesundbrunnen. Das sei im Rahmen des Infrastrukturprojektes „i2030“ das Vorhaben, das mit „relativ geringem Aufwand  kurzfristig umgesetzt werden kann“, sagte Weskamp nach dem Treffen. Seiner Meinung nach kann die Wiederaufnahme des Bahnverkehrs auf der Stammstrecke für eine umweltfreundliche Mobilitätssicherung sorgen. „Die damit verbundene direkte Anbindung der Brandenburger Gemeinden Schönwalde, Mühlenbeck und Schildow an das Berliner Zentrum könnte dazu beitragen, das hochbelastete Straßennetz um Berlin zu entlasten.“Weskamp lobte in Potsdam ausdrücklich die NEB AG, die auch ohne die Unterstützung von Berlin und Brandenburg in den vergangenen 20 Jahren erhebliche Anstrengungen für die Wiederinbetriebnahme der Stammstrecke unternommen habe. Auch Weskamp fordert die schnelle Reaktivierung der Stammstrecke der Heidekrautbahn. Um den Druck auf die Länder Berlin und Brandenburg zu erhöhen, hat er am Donnerstag nach einem parlamentarischen Frühstück zum Thema Nahverkehr in Potsdam Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos) und Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) zu einer Beratung mit dem Geschäftsführer der NEB Detlef Bröcker und der Geschäftsführerin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg Susanne Henckel nach Oberhavel eingeladen.

Weskamp fordert ein klares Bekenntnis der Länder zur Heidekrautbahn ein. Er erinnert an den Kreistagsbeschluss, mit dem Oberhavel bis zu 15?Millionen Euro zur Vorfinanzierung notwendiger Planungen und Investitionen im Bahnbereich zur Verfügung stellt.

Diskutiert wird zurzeit auch der ganzjährige Betrieb der RB 54 von Berlin-Lichtenberg über Löwenberg nach Rheinsberg. Die Strecke wird nur von Ostern bis zum Ende der Herbstferien bedient.

Der Entwurf des neuen Landesentwicklungsplanes (LEP-HR) legt für Brandenburg einen deutlichen Schwerpunkt auf die Siedlungsentwicklung entlang der Eisenbahnachsen. Die aktuellen Einwohnerentwicklungen sprechen schon zudem eine deutliche Sprache - die Eisenbahninfrastruktur muss ausgebaut werden.