Startseite Aus meinem Tagebuch 27. April Eine Geschichtsstunde der besonderen Art
19 | 09 | 2018
27. April Eine Geschichtsstunde der besonderen Art PDF Druckbutton anzeigen?
Am 27.4.2018 um 18 Uhr in Biesenthal in der Gaststätte " ZUR ALTEN EICHE" erlebten über 60 Interessierte auf Einladung der Regionalstelle des kommunalpolitischen Forums Land Brandenburg e.V. und des Vereins " Friedensbrücke - Kriegsopferhilfe" e.V. eine Geschichtsstunde der besonderen Art.
Alexander Danilowitsch Bychok, einer der letzten Überlebenden des  Konzentrationslagers Buchenwald erzählte in sehr bewegenden Worten über sein Leben, seine Erfahrungen und seinen Kampf gegen den Krieg und für Solidarität der Völker. Geprägt war sein Leben von den Erfahrungen in Buchenwald, wo er als Arbeiter inhaftiert war und bis zur Befreiung des

Lagers überlebte.  Überraschend war wohl für alle, dass er fast durchgängig in Deutsch erzählte und nur selten ins russische verfiel.  Aber er kam nicht umhin, auch über die gegenwärtige Entwicklung in der Ukraine zu reden. Sehr bewegend schilderte er den Kampf der Ukraine im heutigen Donbass Gebiet und wie er sagte, mit weinendem Herzen.
In einer emotionalen Diskussion ging es um den Widerstandskampf im Lager, der sehr illegal erfolgte und im Kern in seiner Aufenthaltszeit  von 20, vor allem deutschen Häftlingen, aber auch Niederländern und Franzosen organisiert wurde. Auch nach mehr als 70 Jahren kann er sich an viele Einzelheiten der Demütigung und Drangsalierungen so genau erinnern, als sei es gestern gewesen. Zugleich schwärmte er von der großen Solidarität im Lager, insbesondere der älteren Lagerinsassen gegenüber den jüngeren Häftlingen, zu denen er mit 16,5 Jahren gehörte.
Auf Nachfrage informierte er, dass es von niemandem, weder von der Ukraine noch von Deutschland, eine Art Entschädigung für dieses Unrecht erhiel, im Gegensatz zu ehemaligen Zwangsarbeitern. Aber auch sie bekamen nicht alle Entschädigungen. Selbst die Zwangsarbeiter und Häftlinge wurden in unterschiedliche Kategorien eingeteilt. So erhielten einige, die nach ukrainischem Recht als Kriegsopfer eingestuft wurden 15.000 DM, egal wie viele Jahre sie weggesperrt waren.
Eine Frage stand im Raum, was passiert, wenn im Mai die angekündigte Großoffensive gegen den Donbass wirklich erfolgt. Was macht dann Deutschland?
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 01. Mai 2018 um 14:34 Uhr