Startseite Aus meinem Tagebuch 11.8.2017 Der letzte Tag mit der SufH in Ostprignitz-Ruppin für dieses Jahr
13 | 12 | 2017
11.8.2017 Der letzte Tag mit der SufH in Ostprignitz-Ruppin für dieses Jahr PDF Druckbutton anzeigen?
Und es ging nach Kyritz, zunächst zur Bürgermeisterin, Frau Görke und anschließend zur Kyritzer Umweltagentur des STATTwerke e.V.

Frau Görke konnte uns berichten, dass auch Kyritz einen leichten Einwohnerzuwachs verzeichnen kann und so auch diese Stadt einen Mehrbedarf an Kitaplätzen und Kapazitäten in der Schule benötigt. Die Frage ist also, für wen galt eigentlich die Prognose der

Demoskopen?  Für Kyritz, diese kleine und sich toll entwickelnde Stadt in der Prignitz also nicht. Als Besucher dieser Stadt, die in einer wundervollen Gegend liegt, kann man sehen, dass sich die Stadtverordneten und ihre Verwaltung in den vergangenen Jahren viel Mühe gaben, diese Stadt zu einem attraktiven Standort zu entwickeln, in dem sich Einwohner und Besucher gleichermaßen wohl fühlen.

 

Dabei betonte die Bürgermeisterin natürlich, dass es ausreichend Förderprogramme für die Entwicklung von Städten gibt. Die Herausforderung besteht darin, die Eigenmittel, die die Stadt für diese Fördermittel aufbringen muss auch anzusparen und einsetzen zu können. Zugleich machte sie darauf aufmerksam, dass die Antragsgestaltung des LEADER-Programms, welches auch privaten Akteuren Mittel für Investitionen zur Verfügung stellen soll, immer schwieriger und von Privaten kaum noch zu bewältigen ist. Hier sollte dringend über eine andere Antragsgestaltung nachgedacht werden, wenn das Programm auch jene erreichen kann, für die es u.a. gedacht war.

Frau Görke berichtete von zahlreichen Initiativen, die dazu beitragen und beitragen sollen, das WIR-Gefühl in der Stadt zu stärken und Menschen Lust auf Wohnen in Kyritz macht.
Ein klares Statement sprach sie hinsichtlich der Verwaltungs- und Kreisstrukturreform aus. Sie ist für diese Reform, weil sie die Region, die zusammen gehört auch zusammenführen kann. Und eine gemeinsame starke Region im Norden des Landes ermöglichen könnte. Zugleich erläuterte sie uns, warum sie für Neuruppin als gemeinsame Kreisstadt ist.
Dabei waren wir uns einig, dass nur ein starkes Zentrum auch eine Strahlkraft in die Region entwickeln kann und das ist Neuruppin.
Wäre der Kreissitz einziger Motor einer progressiven Entwicklung, hätte Perleberg, als Kreisstadt der Prignitz eine stärkere Entwicklung in den vergangenen 24 Jahren nehmen müssen. So sollte es in der Zukunft eher darum gehen, vor allem auch mit finanziellen Mitteln, der Stadt neue Entwicklungsperspektiven zu ermöglichen und zugleich das WIR-Gefühl in der Region zu stärken.

Abschließend erfuhren wir, dass die Stadt seit mehr als 7 Jahren darum kämpft, ihre Konzessionsverträge für die Energieversorgung an einen kommunalen/regionalen Versorger zu vergeben.
Bei allem was ich hörte, bleibt nur eine Schlussfolgerung, den Versuchen, Kommunen finanziell „tod“ zu prozessieren, sollte ein rechtlicher Riegel vorgeschoben werden.
Mit einem gemeinsamen Blick auf den schon gestalteten Marktplatz dieser kleinen märkischen Stadt verabschiedete ich mich für dieses mal.

Am Rande der Stadt, an einem See hat der STATTwerke e.V. eines seiner Domizile, in dem er Kinder- und Ferienzeiten mit Natur- und Umweltbildung anbietet.
Dieser Verein besteht seit 1981 und fördert Sozialprojekte in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Als wichtige Aufgaben sieht der Verein die soziale und berufliche Integration von Kindern und Jugendlichen, insbesondere benachteiligter junger Menschen, Frauen, Migranten und Migrantinnen. In Brandenburg ist der Verein in Kyritz, Neuruppin und Wittstock aktiv. Der Verein ist Träger der Produktionsschule PS WiKy in Kyritz und Wittstock und der Jugendmedienzentren in Neuruppin und Wittstock. Auch „Karl´s Lernwerkstatt“ gehört zu seinen Angeboten.
Aber auch Umwelt, Naturschutz und das Thema Nachhaltigkeit hat er sich auf das Programm geschrieben. Seine Arbeit organisiert er über Projektbeteiligungen.

Dabei waren wir uns einig, dass es dringend notwendig ist, die Förderprogramme für soziale Projekte stärker an die notwendigen Realitäten der Alltagserfahrungen anzupassen.
Ich halte es dafür für erforderlich, dass jene, die in Ministerien Projekte und Richtlinien entwickeln, praktische Erfahrungen bei der Umsetzung solcher Projekte und Richtlinien bei Trägern solcher Projekte sammeln.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 12. August 2017 um 10:12 Uhr