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19 | 08 | 2017
Ferienzeit ist Urlaubszeit – leider nicht für alle Kinder PDF Druckbutton anzeigen?
Freitag, den 28. Juli 2017 um 12:37 Uhr
Während sich zu Ferienbeginn die meisten Brandenburger mit ihren Kindern auf den erholsamen Urlaub freuen, muss ein Teil von ihnen zu Hause bleiben. Laut Europäischer Statistikbehörde Eurostat kann sich in Deutschland jeder Fünfte keinen Urlaub leisten. Besonders betroffen sind Alleinerziehende mit Kindern. Dazu erklärt die sozialpolitische Sprecherin Bettina Fortunato:

Wer am Existenzminimum lebt, schafft es gerade so die Alltagskosten zu bewältigen. Für Urlaub und Freizeit bleibt dann nichts übrig. Die Hinweise der Bundesagentur für Arbeit zum Verhalten im Sommerurlaub unter dem Titel „Ich bin dann mal weg – Urlaub für Arbeitslose?“, die auch für Hartz-IV-Bezieher gelten, sind zumindest fragwürdig.

In Brandenburg ist jedes fünfte Kind armutsgefährdet. 42 Prozent der Alleinerziehenden leben in Armut. Arme und armutsgefährdete Kinder und Jugendliche haben auch ein Recht auf Erholung. Das Bildungs- und Teilhabepaket wird dafür kaum genutzt, weil es ein Bürokratiemonster ist und Kinder stigmatisiert.

Um Familien mit geringem Einkommen doch eine Urlaubsreise zu ermöglichen, unterstützt das Land Brandenburg Familienferienreisen. 300.000 Euro jährlich wurden dafür in den Landeshaushalt 2017/18 eingestellt. Der Zuschuss beträgt acht Euro pro Tag und Familienmitglied. Rund 1600 Familien konnten 2016 unterstützt werden. Auch der Familienpass, der Rabatte für Freizeit-, Kultur- und Sportangebote in allen Regionen des Landes beinhaltet, unterstützt familiäre Aktivitäten in der Freizeit.

Kinderarmut ist Familienarmut. Wer sie wirksam bekämpfen will, muss den gesetzlichen Mindestlohn erhöhen und eine existenzsichernde Kindergrundsicherung einführen. Das Kindergeld darf nicht länger auf die Grundsicherung angerechnet werden und muss erhöht werden. Die Mittel des Bildungs- und Teilhabepakets müssen betroffenen Kindern und Jugendlichen direkt zu Gute kommen.