Startseite In der Presse 01.11.2016 Angst vor der Hängepartie
30 | 03 | 2017
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MOZ: 400 Radfahrer demonstrieren für schnellstmöglichen Bau des Radwegs von Wullwinkel nach Biesenthal Biesenthal (MOZ) 400 Radfahrer jeden Alters haben am Sonntag mit einem Korso auf der L 200 zwischen Biesenthal und Wullwinkel für die schnellstmögliche Fertigstellung des Radwegs an dieser Strecke demonstriert. Die Planung des Wegs begann bereits 2009. Im Juni dieses Jahres starb ein Radfahrer bei einem Unfall bei Wullwinkel.
"Für Radfahrer ist die Situation heftig", sagt Corina Lange aus Biesenthal. Für sie ist es ausgeschlossen, dass ihre jetzt noch siebenjährige Tochter Clara unter den jetzigen Umständen einmal mit dem Rad auf dieser Straße zur Schule nach Bernau fährt. Auch Erwachsene meiden die Straße. "Wir fahren lieber durch die Wälder", sagt Corina Lange. "Man steht riesige Ängste aus", bestätigt Kerstin Weprajetzky aus Biesenthal. Sie denkt an Jugendliche, die mit dem Rad zur Schule nach Bernau fahren. Und für Christina Wendt steht fest, dass die Straße weder für Kinder noch für
Erwachsene zum Radfahren in Frage kommt: "Manchmal sieht man Ausflügler, die sich nicht auskennen. Auf einmal stehen sie mitten im Verkehr und wissen nicht mehr weiter."
Wie gefährlich die Straße ist, wissen insbesondere die Anwohner der Siedlung Wullwinkel. An das Limit von Tempo 70 im Siedlungsbereich halten sich nur wenige, berichtet Karl Heller.
Selbst Tempo 100 wird noch deutlich überschritten. Überholmanöver kommen hinzu, egal, ob jemand aus der Siedlung auf die Landesstraße einbiegt.
Für Radfahrer wird es an dieser Stelle sehr eng. "Für sie endet der Radweg aus Richtung Rüdnitz an der Bushaltestelle.
Und dann müssen sie auf die Straße", sagt Karl Heller. Der Abschnitt liegt zudem in einer Senke, ergänzt RenéExner. Autofahrer aus Richtung Biesenthal sehen erst spät, wenn Radfahrer die Fahrbahn kreuzen.
Während der Radweg von Bernau über Rüdnitz bis Wullwinkel bereits fertiggestellt ist, "ist der restliche Abschnitt bis Biesenthal hängen geblieben", kritisiert Andreas Krone von der Lokalen Agenda 21 Biesenthal, die zu der Fahrraddemonstration eingeladen hat. Die Planung sei schon relativ früh fertig gewesen und die Stadt Biesenthal habe die Kofinanzierung seit 2010 bestätigt. Die Bemühungen der Stadt, der Verwaltung und der Lokalen Agenda, den Bau zu beschleunigen, seien dann jedoch wegen der nicht gesicherten Landesfinanzierung erfolglos geblieben. Nachdem nun endlich das Infrastrukturministerium den Planfeststellungsbeschluss für Ende 2016 angekündigt habe, beunruhigten Informationen aus dem Landesbetrieb Straßenwesen, demzufolge erst 2018 mit dem Bau begonnen werden soll. Mit viel Beifall und Nachdruck unterstützten die Demonstranten die Forderung nach einem Baubeginn im Jahr 2017 und einer durchgehenden Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 Stundenkilometern auf dem gesamten Abschnitt bis zur Fertigstellung des Radwegs.
Mit Britta Müller (SPD) und Margitta Mächtig (Linke) begrüßte Biesenthals Bürgermeister Carsten Bruch (CDU) zwei  Landtagsabgeordnete, die die örtlichen Anstrengungen auch in Potsdam unterstützen. 2017 müsse der Baubeginn und 2018 dann bereits die Fertigstellung des Radwegs sein, fordert Bruch. Der Kreistag habe bereits 2015 in einem auch für andere Radwege
gefassten Beschluss die Kofinanzierung der Biesenthaler Eigenmittel beschlossen.
Mit dem Blick auf andere ortsverbindende Radwege forderte Carsten Bruch "weiter Druck zu machen". Unter viel Beifall nannte er die Fortsetzung des Radwegebaus in Richtung Eberswalde - favorisiert wird die Trasse entlang der Bahn - oder auch in Richtung Lanke.
Diese Forderungen waren auch schon von den Teilnehmern des Fahrradkorsos aufgemacht worden und wurden freudig unterstützt. Dafür werden nicht allein Sicherheits-, sondern auch touristische Gründe angeführt.
Am kommenden Donnerstag steht der Radwegbau zwischen Wullwinkel und Biesenthal sowie zwischen Biesenthal und Eberswalde auch auf der Tagesordnung der Biesenthaler Stadtverordnetenversammlung (19 Uhr, Mensa der Grundschule "Am Pfefferberg").