Startseite In der Presse 17.02.2012 "Wir fühlen uns getäuscht"
18 | 06 | 2018
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MOZ: "Wir fühlen uns getäuscht"
Wandlitz (MOZ) In Wandlitz will eine neue Wählerinitiative künftig in der Kommunalpolitik mitmischen. Mit dabei sind viele ehemalige Unterstützer der neuen Bürgermeisterin Jana Radant, die sich getäuscht fühlen. Ihr Ziel: die Kommunalwahlen 2014.
Sein Interesse für Kommunalpolitik hatte Tino Richter vor etwas mehr als einem Jahr entdeckt. Etwas zufällig, wie er selbst zugibt. "Dafür aber richtig." Richter hatte Ideen, wollte sich einbringen. Von den etablierten Parteien fühlte er sich dabei jedoch nicht wahrgenommen und so war der Bauingenieur irgendwann froh, dass sich mit Jana Radant eine unabhängige Kandidatin fand, die sich um den Chefsessel im Wandlitzer Rathaus bewarb. Sie stand für einen Wechsel und so organisierte der studierte Bauingenieur für sie den Wahlkampf.
Viel Geld und rund 1800 ehrenamtliche Stunden wand er dafür auf. Auch viele andere der rund drei Dutzend Unterstützer wie Andreas Simon und Jürgen Krajewski opferten einen Großteil ihrer Freizeit für das gemeinsame Projekt - mit Erfolg.
Nicht einmal ein halbes Jahr nach der Siegesfeier ist von der erfolgreichen Partnerschaft nicht viel geblieben. Auf Betreiben der neuen Bürgermeisterin löste sich die Wahlinitiative "Mit den Bürgern - für die Bürger" schon kurz nach der Wahl auf. Man habe das Ziel - die Wahl einer neuen Bürgermeisterin - erreicht, hieß es damals zur Begründung.
Intern soll die neue Rathauschefin allerdings "den politischen Frieden" beschworen haben, um mit anderen Kräften in der Gemeindevertretung zusammenarbeiten zu können.
"Wir haben das geglaubt", wirft sich Richter heute vor und wundert sich darüber, dass ihm die guten Beziehungen zu mächtigsten Linken im Landkreis, dem Kreisvorsitzenden Sebastian Walther und der Landtagsabgeordneten Margitta Mächtig, nicht schon vorher aufgefallen waren. "Die Linken waren bei der Wahl nur Vierter und tun nun so, als hätten sie die Wahl gewonnen", sagt er. "Wir fühlen uns getäuscht."
Zu Richter und einigen anderen Unterstützern gibt es indes kaum noch Kontakt. Auch das Einbringen in die Arbeit der Gemeinde bleibt ihnen größtenteils verwehrt. "Geplant war, in Arbeitsgruppen gemeinsam mit interessierten Bürgern über wichtige Themen in der Gemeinde zu beraten", erzählt Andreas Simon, der in der AG Tourismus sitzt. "Statt zu diskutieren werden allerdings nur Themen abgefragt. Wir werden einfach ausgesaugt."
Zu anderen Arbeitsgruppen haben sie nicht einmal einen Zugang. Mehr noch: Nicht einmal die Sitzungstermine sind öffentlich bekannt. "Dabei hatten wir uns im Wahlkampf für mehr Transparenz und eine Bürgerkommune eingesetzt", macht Jürgen Krajewski deutlich.
Nun haben Richter, Simon, Krajewski und einige andere ehemalige Radant-Unterstützer sich dazu entschlossen, ihre Wählerinitiative "Mit den Bürgern - für die Bürger" neu zum Leben zu erwecken. "Es gibt keine Politikverdrossenheit, sondern nur eine Parteiverdrossenheit. Deshalb sind wir sicher, dass wir mit unserem Programm genug Wandlitzer motivieren können, sich aktiv einzubringen", wirbt Tino Richter. Geplant ist zunächst, parallel zu den Arbeitsgruppen sogenannte Bürgerkommissionen aufzubauen, die öffentlich tagen. Darin sollen sich alle interessierten Bürger einbringen können.
"Die Ideen, die dabei entstehen, wollen wir öffentlich machen und uns so in die politische Debatte einbringen", erklärt Richter weiter und hofft, dass sich in diesen Gremien auch engagierte Menschen finden lassen, die sich bei den Kommunalwahlen 2014 zur Wahl stellen. "Dabei ein gutes Ergbnis zu erzielen ist unter Ziel", so Richter weiter.
Drei Bürgerkommissionen haben sie bereits gegründet. So können sich Bürger bereits in den Bereichen Tourismus-Kultur-Städtepartnerschaften, Bau-Gemeindeentwicklung-Umwelt und Jugend-Bildung einbringen. Darüber hinaus ist eine erste öffentliche Mitgliederversammlung unter dem Titel "Bürger, was nun?" am 5. März, 19 Uhr, im Barnimer Hof in Basdorf geplant.
Kontakt: Helge Tino Richter: 0172-8768559, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ; Jürgen Krajewski: 0174-9125258, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ; Andreas Simon: 0172-3858187, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.