Startseite Aus meinem Tagebuch 4.12.2009 Nach so einer Woche tut solch ein Brief gut
11 | 12 | 2018
4.12.2009 Nach so einer Woche tut solch ein Brief gut PDF Druckbutton anzeigen?
Sehr geehrte Damen und Herren.
Mit Interesse habe ich die Sitzung des Brandenburgischen Landtages vom 4.12.09 verfolgt.
Werden Sie sich der Verantwortung bewusst. Sie sind alleine von den Bürgern Ihres Landes gewählt worden. Das Wahlergebnis entspricht dem Zustand des Wahlvolkes und in einer Demokratie hat noch die Mehrheit das Recht; auch wenn das Recht nicht immer das richtige ist.
Wer kann sich freisprechen von teuflischen Verstrickungen in einem System, in dem Materialismus Staatsdoktrin war? Wer kann sich freisprechen von Fallstricken, die in einem gottlosen System bewusst ausgelegt wurden?
Die Bevölkerung (einschließlich Regierung) bestand aus Tätern, die gleichzeitig Opfer waren. Wer also wirft den ersten Stein?
Neubesinnung für alle ist erforderlich, wer will sich da ausnehmen? Etwa die CDU, die in ihrem Parteinamen das Christliche beansprucht?
Etwa die Grünen, die eine Toleranz einklagt aber selbst nicht praktiziert (siehe Bundesdrucksache 16/13394 Deutscher Bundestag) und eine völlig andere Gesellschaftsordnung reklamiert? Etwa die FDP, die total materialistisch orientiert eine Klientelpolitik mit darwinistischen Grundsätzen umsetzen will?
Wer will andere auffordern, das Büßerhemd anzuziehen und hat Gründe genug, es selber überzustreifen? Für mich als gläubiger Christ (solus Christus, sola Scriptum) gibt es keinen, ich wiederhole keinen, der nicht lügt und alle Taugenichtse sind (Bibel, Schlachter 2000, Römer 3) und da ist keiner der Gutes tut. Gott alleine ist wahrhaftig.
Verzeihung und Vergebung (wie eingefordert)zwischen Menschen wird immer pragmatisch und machtpolitisch motiviert sein. Sie haben eine große Aufgabe –jeder einzelne – vor Gott und dann vor den Menschen Verfehlungen einzuräumen. Das Reinwaschen untereinander hat schon die Lügenhaftigkeit in sich, weil ein Sünder dem anderen Sünder gesteht. Wer will denn aus menschlicher Sicht Schuld messen?
Ist der kleine Eierdieb schuldbehafteter als der IM, ist der Henker, der nach menschlicher, gottesferner Ordnung handelt, schuldloser als der, den er richten soll? Der Mensch in seiner ganzen Überheblichkeit und Hochmütigkeit maßt sich Handlungen an, die ihm nicht zu stehen.
Das schreibe ich als gläubiger Christ und nicht als – und da bekommt meine Hand fast eine Schreibstarre – „Ossi“ oder „Wessi“. Ich hatte als Westdeutscher die Gnade, in einem relativ offenen System aufzuwachsen, es ist nicht mein Verdienst. Wie also kann ich mir anmaßen, Menschen da wo sie hingestellt wurden, Menschen in gewaltorientierten Unterdrückungssystemen zu richten?
Wer bin ich denn? Was hat denn Westdeutschland vorgelebt? Es hat sich zu einem gottlosesten Teil in Europa entwickelt, in das die ehemalige DDR „einbezogen“ wurde. Vor 1989 haben große Teile der Bevölkerung Orientierung im Glauben und in der Institution Kirche gesucht und gefunden. Während im Westen der Nachkriegssegen ( man konnte sich frei unter dem Kreuz treffen und
beten) mit zunehmender Gottlosigkeit abnahm, die großen Verdienste eines Martin Luther vergessen gemacht wurden (1948-1968, 20Jahre), hat die Bevölkerung der DDR die biblische Prüfungszeit (1949-1989, 40 Jahre) durchleben müssen. Was ist übriggeblieben?
Eine totale materielle Ausrichtung und ein „Bauchfüllen“ bis der Kopf bei Blutleere die Nachdenklichkeit aussetzte. Jetzt haben die Menschen das, was die Westdeutschen in Überheblichkeit leben: Die Freiheit der geistigen und geistlichen Not. Ist das für Sie in der ehemaligen DDR erstrebenswert? Was sollen die dummen Sprüche wie: Jetzt sind wir angekommen.
Eine große Chance der Aufarbeitung ist bis zum jetzigen Zeitpunkt vertan worden. Es gibt aber keinen Grund unter dem verschmutzten, sündigen westdeutschen Zeigefinger wegzuducken. Werden Sie nicht zu einem geschichtslosen Teil einer gemeinsamen deutschen Geschichte. Glauben Sie mir: Es kommt alles noch schlimmer.
Verdrängung statt Aufarbeitung bietet immer Angriffsfläche und die Möglichkeit der Manipulation und Erpressbarkeit. Da ich als gläubiger Christ weiß, dass jede Obrigkeit und Herrschafft von Gott eingesetzt ist (1.Timotheus 2,1-2; Römer 13,1-2) aber auch zu prüfen, wo Gehorsamkeit zu Menschen Ungehorsam zu Gott ist (Apostelgeschichte 5,29; 4,19;) ist, verbleibe ich mit freundlichen, herzlichen Grüßen
Und weiterhin Gottes Segen für Ihre bestimmt nicht leichte Arbeit.
Hans Sundermann
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 07. Dezember 2009 um 08:33 Uhr