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11 | 12 | 2017
Gipfel der Scheinheiligkeit PDF Druckbutton anzeigen?
"Das wird der Gipfel der Scheinheiligkeit", sagt Ulla Lötzer mit Blick auf das morgen in Pittsburgh beginnende
G20-Treffen. Konkrete Ergebnis erwartet die Sprecherin der Fraktion DIE LINKE für internationale
Wirtschaftspolitik und Globalisierung kaum: "Wie bei all den anderen G20-Gipfeln werden die reichsten und
mächtigsten Nationen der Erde vor allem versuchen, von ihrer eigenen Untätigkeit abzulenken. Die geplante
europäische Finanzaufsicht ist wirkungslos. Die Forderung von Finanzminister Peer Steinbrück nach einer
Finanzmarkttransaktionssteuer kommt viel zu spät. Und den Aufruf von Kanzlerin Angela Merkel, sich nicht von
 den Banken erpressen zu lassen, kann man ohnehin nicht ernst nehmen." Lötzer weiter: "Die Finanzmarkt-
Hasardeure in Frankfurt, New York und London bereiten sich schon auf die nächste Spekulationsparty mit
Devisen, riskanten Finanzprodukte, lebenswichtigen Rohstoffen und Nahrungsmitteln vor. Doch statt das
Kasino endlich zu schließen und die Verursacher der Krise zur Kasse zu bitten, liefern sich die
Regierungschefs einen Schaukampf um Managerboni. Statt Großbanken zu zerschlagen und in öffentliches
 Eigentum zu überführen, diskutieren die G20 über höhere Eigenkapitalanforderungen. Und anstatt die
Entwicklungsländer bei der Bewältigung des Klimawandels zu unterstützen, wird der Abbau staatlicher
Ausgabenprogramme vorbereitet. Die Reichen und Mächtigen dieser Welt stehen vor den Trümmern des
von ihnen entfesselten Finanzmarktkapitalismus und weigern sich, aus dem Desaster Konsequenzen zu
ziehen. Für DIE LINKE steht deshalb fest: Die G20-Shows gehören abgeschafft. Wir brauchen einen
Globalen Wirtschaftsrat bei der UNO, der 192 Staaten repräsentiert und nicht nur die 20 angeblich wichtigsten.
Nur so können demokratische Lösungen für ein Ende der weltweiten Spekulation, eine wirksame globale
Finanzaufsicht und der Vorrang sozialer und ökologischer Standards gegenüber dem Handeln von
Großkonzernen und Banken weltweit durchgesetzt werden."