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20 | 07 | 2019
SPD legt in Wählergunst zu - Linke stabil bei 28 Prozent PDF Druckbutton anzeigen?
Köln/Potsdam (ddp-lbg). Rund anderthalb Wochen vor der Landtagswahl in Brandenburg hat die SPD in
der Wählergunst wieder zugelegt. Laut einer Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der ARD kommen
die Sozialdemokraten in der «Sonntagsfrage» derzeit auf 34 Prozent. Vor einer Woche hatten sie 31 Prozent
erreicht. Die Linke liegt in beiden Umfragen bei 28 Prozent. Die CDU verlor einen Punkt und kommt jetzt auf
21 Prozent. Die FDP büßte ebenfalls einen Prozentpunkt ein und kommt auf sieben Prozent.
Die Liberalen würden damit erstmals seit 15 Jahren wieder in den Landtag einziehen. Den Grünen wird das
möglicherweise nicht gelingen. Sie liegen bei vier Prozent und würden damit an der Fünf-Prozent-Hürde
scheitern. Die rechtsextreme DVU kommt auf ein Prozent der Stimmen und würde damit den Wiedereinzug
in das Parlament deutlich verpassen. Im Vergleich zur Landtagswahl im Jahr 2004 könnte die SPD nach der
jüngsten Umfrage gut zwei Prozentpunkte zulegen, die Linke bliebe stabil, die CDU würde 1,6 Prozentpunkte
gewinnen. Die DVU würde mehr als fünf Prozentpunkte verlieren. SPD-Generalsekretär Klaus Ness sagte,
für die SPD gebe es wieder eine «aufsteigende Tendenz». Stimmungen seien aber noch keine Stimmen.
Für den Wahltag sei weiter von einem engen Rennen zwischen SPD und Linker auszugehen.
Die SPD werde in den verbleibenden Tagen deutlich machen, dass insbesondere die Zweitstimme darüber
entscheide, ob SPD-Landeschef Matthias Platzeck Ministerpräsident bleibt. Platzeck ist als Regierungschef
beliebt. Der Umfrage zufolge sprechen ihm 70 Prozent der Brandenburger das Vertrauen aus.
Als erfreulich bezeichnete es Ness, dass ein zweites wichtiges Ziel der SPD gelingen kann.
Nach zehn Jahren könnten endlich die Neonazis aus dem Parlament gedrängt werden. Ness rechnet nach
der Wahl mit einem Vier-Parteien-Parlament mit SPD, Linker, CDU und FDP.
Aus Sicht von Linke-Spitzenkandidatin Kerstin Kaiser zeigen die Umfragen, dass die Partei ihre Wahlziele
erreichen kann. Mehr soziale Gerechtigkeit durchzusetzen, das gehe nur mit einer starken Linken -
«auf Augenhöhe mit der SPD, nicht in deren Fahrwasser». Darin liege eine große Chance, auch über
Brandenburg hinaus. Die Linke kämpfe bis zur Wahl um jede Stimme für einen Politikwechsel.