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20 | 07 | 2019
Geschönte Zahlen sollen prekäre Lage auf dem Arbeitsmarkt verschleiern PDF Druckbutton anzeigen?
zu den heute veröffentlichten Arbeitsmarkdaten für Brandenburg erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher Christian Görke:

Die aktuelle Arbeitslosenstatistik widerspiegelt keineswegs die tatsächliche Situation auf dem brandenburgischen Arbeitsmarkt. Alleindie hohe Anzahl von 25 000 Kurzarbeitern schönt die Statistik. Gäbe es die Kurzarbeiter-Regelung nicht, käme es allein aus diesem Grund zu einem schlagartigen Anstieg der Arbeitslosigkeit um zwei Prozent. Und die Zahl der Anträge auf Kurzarbeit steigt weiter.
Doch Kurzarbeit ist keine Dauerlösung und spätestens mit ihrem Auslaufen schlägt die Finanz- und Wirtschaftskrise auch voll auf den Brandenburger Arbeitsmarkt durch. Darauf ist die Landesregierung aber nicht vorbereitet.
Ebenfalls gelten die 26 455 Menschen in Beschäftigung schaffenden Maßnahmen, 7355 Menschen in beruflichen Bildungsmaßnahmen sowie die rund 25 000 so genannten Nichtleistungsbezieher offiziell nicht als arbeitslos.
Zudem fallen seit Anfang des Jahres alle Arbeitslosen aus der Statistik, die von privaten Arbeitsvermittlern betreut werden. Viele Maßnahmen in den letzten Jahren zielen darauf ab, die Statistik zu schönen, statt die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen.  
Die Regierungen im Land und im Bund setzen offensichtlich darauf, dass sich die prekäre Situation auf dem Arbeitsmarkt im vollen Umfang erst nach den Wahlen zeigt.
DIE LINKE fordert deshalb ein grundlegendes Umsteuern in der Arbeitsmarktpolitik. Wir plädieren dafür, Arbeit statt Arbeitslosigkeit zu finanzieren und deshalb den Öffentlich geförderten Beschäftigungssektor massiv auszuweiten.
Eine Kernforderung im Landeswahlprogramm der LINKEN ist daher die Schaffung von 15 000 Existenz sichernden öffentlich geförderten Beschäftigungsverhältnissen in den nächsten fünf Jahren in Brandenburg.
Um Arbeitsplätze im Handwerk und Mittelstand zu sichern und neue zu schaffen, fordert DIE LINKE Mikrokredite für Kleinunternehmen, Handwerker und Freie Berufe.