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23 | 07 | 2019
31. August 2009 - Wir touren wieder PDF Druckbutton anzeigen?

Heute haben wir die „Sprechstunden unter freien Himmel“ im Oberbarnim gestartet. Los ging es im Brandenburgischen Viertel in Eberswalde, wo wir zu einem „Roten Brunch“ eingeladen hatten und mehr als 200 Bürgerinnen und Bürger unserer Einladung gefolgt waren. Die Einen gratulierten zu den Wahlergebnissen der LINKEN im Saarland, in Sachsen und Thüringen, die Anderen signalisierten, dass sie unsere Arbeit/Politik „in Ordnung“ finden und wieder Andere nutzen die Chancen kostenfrei eine deftige Erbsensuppe mit Bockwurst und rotes Gemüse zu essen, die uns Arnold Schulze und sein Team aus Altenhof in ihrer Gulaschkanone gekocht hatten.

EberswaldeTV und   MOZ berichteten dazu: Sprechstunde bei roter Brause - von Ellen Werner

Eberswalde (MOZ) Keine Podiumsdiskussion, keine langen oder kurzen Reden - die Barnimer Linken setzen in den Wochen vor den Land- und Bundestagswahlen am 27.September auf Straßengespräche. Start für die "Sprechstunden unter freiem Himmel" war am Montag ein "Roter Brunch" auf dem Potsdamer Platz. Sollte die rote Brause zum Erbseneintopf natürlich für die Partei stehen, hatte der Ort nicht minder viel Symbolkraft. Für den Auftakt ihrer Sommeraktion im Oberbarnim hatten sich die Linken das Brandenburgische Viertel ausgesucht. Traditionell, wie Margitta Mächtig, Fraktionschefin im Kreistag, sagt. "Die Probleme hier sind die gleichen wie anderswo. Aber die Leute erzählen sie anders - es ist diese Hartz-IV-Kiste." Im neunten Jahr fahren die Linken sommers zu den "Sprechstunden unter freiem Himmel" über Land. "Angefangen haben wir ohne Wahlen", sagt Mächtig. "Der Sinn ist: Politiker gehen zu den Leuten, nicht andersherum." Vier Monate würde sie brauchen, um die Aufgaben abzuarbeiten, die sich aus Gesprächen während der vier Aktionswochen ergeben. "Es kommen mehr Leute als zu den Sprechstunden das ganze Jahr über." In diesem Jahr sind sie freilich vom Wahlkampf bestimmt. Für den interessiert sich nicht jeder der Brunchbesucher auf dem Potsdamer Platz. Eine Schülergruppe kommt an ihrem ersten Schultag einfach vorbei, um sich zu stärken. Kurz nach elf sind alle Biertische besetzt. In den ersten 35 Minuten gehen 120 Essen über die Gulaschkanone. Das Politische kommt aber auch nicht zu kurz. Die Parteibasis sitzt mit an den Tischen. "Wir wollen natürlich die Partei unterstützen", sagt Ingeborg Kempfert. "Die Ergebnisse in Thüringen haben uns sehr aufgebaut" - dort wurden die Linken am Sonntag zweitstärkste Kraft im Landesparlament. Dazu gratuliert man auch den Parteikollegen im Barnim. "Es kamen viele Glückwünsche. Nachts wurde ich mit Glückwünschen geweckt", sagt Margitta Mächtig, Kandidatin auch für den nächsten Landtag. Seinen Segen hätten die Linken jedenfalls, sagt ein 42-jähriger Bewohner des Viertels. Denn es müsse sich dringend einiges ändern. Damit Leistung sich wieder lohnt beispielsweise "und man nicht arbeiten gehen muss, aber mit Hartz IV aufstocken." Damit liegt der Mann, der das selbst aus zwei Jahren bei einer Zeitarbeitsfirma kennt, auf einer Linie mit Sabine Stüber. Für die 1953 geborene Bundestagsdirektkandidatin aus Eberswalde ist es der erste große Wahlkampf. Mehr als ein Fünftel der Hartz-IV-Empfänger gingen einer Vollbeschäftigung nach. "Das kann es ja wohl nicht sein", meint Stüber - sie setze sich vordergründig für einen flächendeckenden Mindestlohn in allen Branchen ein. Allerdings geht Stüber noch weiter. "Hartz IV muss weg. Es muss eine repressionsfreie Mindestsicherung für jeden Bürger geben." Für den Anfang spricht sie von 500 Euro. "Und es ist an der Zeit, dass Frauen für dieselbe Tätigkeit dasselbe verdienen wie Männer", sagt die Eberswalder Stadtverordnete, die bei der Bundestagswahl in Barnim-Nord und Uckermark gegen Markus Meckel (SPD) und Jens Koeppen (CDU) ins Feld zieht. Die Open-Air-Sprechstunden begleiten auch die Landtagskandidaten Ralf Christoffers und Michael Luthardt sowie der Anwärter auf den Bürgermeisterstuhl von Bernau Lutz Kupitz. In den kommenden Tagen sind die Linken in weiteren 22 Oberbarnimer Orten anzutreffen.

Die Plätze waren schnell besetzt und wir hatten gut zu tun.

 

 

 


Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 04. September 2009 um 08:00 Uhr