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15 | 08 | 2018
Forsa-Umfrage: Linke und SPD gleichauf PDF Druckbutton anzeigen?
SPD und Linke liegen einer Umfrage zufolge derzeit in Brandenburg gleichauf. Wären jetzt Landtagswahlen, kämen beide Parteien auf 30 Prozent, berichtete der Nachrichtensender n-tv am Donnerstag. Für die Umfrage im Auftrag des Senders habe das Meinungsforschungsinstitut Forsa in der ersten Aprilhälfte mehr als 1000 Brandenburger befragt. Der Erhebung zufolge käme die CDU bei einer Landtagswahl auf 21 Prozent. Grüne und FDP würden mit je fünf Prozent den Sprung in den Landtag schaffen. Bei einer Bundestagswahl kämen die Linken in Brandenburg auf 32 Prozent und wären damit erstmals stärkste Partei. SPD und CDU lägen mit 26 und 24 Prozent auf Rang zwei und drei. Die FDP käme auf 7 Prozent, die Grünen auf 6 Prozent. Damit befindet sich die brandenburgische SPD 16 Monate vor der nächsten Landtagswahl offenbar im Stimmungstief: Erstmals seit der Landtagswahl im Jahr 2004 ist sie nicht mehr unangefochten stärkste Partei im Lande. Der Politikwissenschaftler Professor Jürgen Dittberner von der Universität Potsdam wertete die stetig sinkenden Umfragewerte der märkischen SPD als „Alarmsignal“. Er sieht verschiedene Ursachen für die Schwäche der Platzeck-Partei: Zum einen schlage eindeutig der negative Stimmungstrend der Bundespartei auf die Bewertung der Landespartei durch. Zum anderen, so Dittberner gegenüber den PNN, zeigten die Werte aber auch, dass es sich auf Landesebene nicht auszahle, wenn die SPD versuche, die Politik der Linken zu kopieren und deren Forderungen zum Teil übernehme und umsetze. LINKE-Landeschef Thomas Nord sieht in den guten Umfragewerten ein Bestätigung der Politik, besonders des Drucks auf eine sozialere Politik in Brandenburg, die zu den Koalitionsbeschlüssen etwa für ein Sozialticket und die Möglichkeit für kostenlosen Schülertransport geführt hätten. Zudem verwies Nord darauf, dass die Umfrage zu dem Zeitpunkt durchgeführt wurde, als im Parlament über die Mehrkosten für den Landtagsneubau in Potsdam diskutiert wurde. In ihrer Ablehnung des verteuerten Landtagsschlosses sehe sich die Linke nun indirekt bestätigt.