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23 | 07 | 2019
Bombodrom: Mehr Munition als erwartet PDF Druckbutton anzeigen?
Nach dem Aus für das geplante „Bombodrom“ der Bundeswehr in Nordbrandenburg hat Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) für einen Radweg durch das Areal plädiert. „Derzeit wirkt die Kyritz-Ruppiner Heide wie ein Sperr-Riegel. Mir liegt daran, diesen aufzubrechen“, sagte Junghanns in einem Gespräch mit der dpa. Ein möglicher Ansatz wäre ein Radweg, der das Ruppiner Land und die Prignitz miteinander verbindet. Dazu werde aber der Bund gebraucht, dem das 14 000 Hektar große Gebiet gehört. Nach 17 Jahren Streit hatte das Bundesverteidigungsministerium vor einem Monat seine Pläne für einen Luft-Boden-Schießplatz aufgegeben. Junghanns betonte: „Der Bund muss nun sagen, wie er mit dem Areal selbst umgehen will.“ Sein Vorschlag eines Radweges durch das noch munitionsverseuchte Gebiet dürfte auch bei der Tourismuskonferenz von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern am 14. September in Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) diskutiert werden. „Wir erwarten dazu rund 200 Unternehmer aus der Region, die jahrelang unter der Ungewissheit einer möglichen militärischen Nutzung des Areals gelitten haben“, sagte Junghanns. Einem Gutachten der Industrie- und Handelskammer Potsdam zufolge lassen sich in der Region zusätzlich 50 Millionen Euro Umsätze pro Jahr machen. Die Kosten der Munitionsräumung auf dem Truppenübungsplatz könnten nach Einschätzung des Kommandanten des Wittstocker Bundeswehrstandorts, Oberstleutnant Thomas Hering, fast doppelt so hoch ausfallen wie bisher von Politikern veranschlagt. Medienberichten zufolge geht Hering von Beräumungskosten in Höhe von 395 Millionen Euro aus. Bislang waren die Kosten auf 220 Millionen Euro beziffert. Hering war am Wochenende auf dpa-Anfrage nicht erreichbar. Weder Innenministerium noch Wirtschaftsministerium in Potsdam konnten diese Zahlen vorerst bestätigen.